Grundlagen der Marktwirtschaft

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Wie im Einleitungskapitel Funktionen der Ökonomie deutlich wurde, ist schon die Bestimmung dessen, was die Subjekte der Ökonomie erreichen wollen, nicht einfach. Im Folgenden wollen wir uns der Frage zuwenden, wie diese Bedürfnisse befriedigt werden können. Dabei sollen sowohl das theoretische Modell der freien Marktwirtschaft (als eine Extremposition) als auch dessen Einschränkungen in der Praxis heutiger Ökonomie betrachtet werden. Diese gemeinsame Behandlung ist insofern gerechtfertigt, als die praktischen Wirtschaftsordnungen der Nationalstaaten als eine Annäherung an dieses Ideal verstanden werden können. Der Frage, wodurch die verbleibende Diskrepanz bedingt ist, werden wir im Rahmen der Kritik der Marktwirtschaft nachgehen.

Bezogen auf die zu befriedigenden Bedürfnisse haben wir uns bereits für eine subjektive Perspektive ausgesprochen, d.h. jedes Subjekt bestimmt selbst, was es in seinem ökonomischen Handeln erreichen möchte. Diese Prämisse scheint in jedem Fall auch sehr gut zur Ordnung des freien Marktes zu passen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Dyade als Grundelement des Handels

[bearbeiten] Tauschhandel

Beginnen wir unsere Wanderung in die Marktwirtschaft mit deren kleinster Einheit. Wie bereits erläutert besteht diese aus einem Individuum, das Bedürfnisse hat, und deren Befriedigung nicht alleine, sondern im Austausch mit anderen sucht. Schon zu Beginn tritt also neben den Einen ein Anderer. Auch in diesem muss ein Träger von Bedürfnissen gesehen werden. Der Austausch zwischen Beiden erfolgt grundsätzlich in folgender Weise: Den Bedürfnissen wird sowohl die individuelle Befriedigungsmöglichkeit als auch die Möglichkeit der Befriedigung durch den Anderen gegenübergestellt. Zum Tausch kommt es prinzipiell dann, wenn der Aufwand, den der Eine zur Befriedigung des Bedürfnisses des Anderen erbringen muss, geringer ist als der Aufwand zur direkten Befriedigung seines eigenen Bedürfnisses.

Um den Gewinn der Beteiligten aus dem Tausch bestimmen zu können, muss diese Formel noch etwas erweitert werden. Prinzipiell besteht für jedes Individuum ein positiver Posten (sein Nutzen) und ein negativer Posten (sein Aufwand). Der Nutzen besteht aus der Differenz zwischen Befriedigung und Nicht-Befriedigung des Bedürfnisses. Bei elementaren Bedürfnissen kann diese besonders hoch sein, etwa indem langfristige Nicht-Befriedigung von Hunger zum Tod führt. Allgemein allerdings ist dieses Maß höchst subjektiv.

In diesem Punkt ist die Bewertung des Aufwandes einfacher. Ursprünglich auch als der erlebte Verlust durch Verzicht auf das eingetauschte Objekt denkbar, wird heute doch allgemein gezielt zum Verkauf produziert, so dass der Aufwand mit der erforderlichen Arbeitszeit berechnet werden kann. In diese Berechnung muss natürlich die Art der erforderlichen Arbeit einbezogen werden.

Auch wenn neben der eigenen Arbeit noch andere Werte (Kapital im weitesten Sinne) zur Produktion der Tauschware erforderlich sind, sind diese selbst gegen die Arbeit des Individuums eingetauscht worden.

Natürlich lässt sich diese Vernachlässigung des Vorbesitzes nicht rechtfertigen, besonders in einer Welt, in der der Vorbesitz durch Erbschaft und Ähnliches sich systematisch zwischen Individuen unterscheidet. Dennoch stellt dies eher eine politische oder moralische als eine ökonomische Thematik dar. Aus ähnlichem Grund kann auch eine dritte Art, in den Besitz des Tauschobjektes zu kommen, zunächst zurückgestellt werden: Die Verfügung über externe Quellen der Wertschöpfung, die natürlich besonders in der Landwirtschaft eine große Rolle spielen, wozu aber unter bestimmten Umständen auch moderne Produktionsmaschinen gezählt werden können.

Es ist offensichtlich, dass zu einer Bewertung der „Fairness“ des Handels neben der individuellen Gewinndifferenz auf beiden Seiten auch der unterschiedliche Aufwand betrachtet werden müssen. Denkbar wäre es, hier die Differenz zu bilden, im Sinne eines Gewinns pro Aufwand. Durch die subjektive und damit kaum quantifizierbare Natur des Gewinns bleibt dies aber ein Gedankenspiel. Dennoch bliebe es interessant, psychologisch zu überprüfen ob die individuelle Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Tausch von ähnlichen „Berechnungen“ des Einzelnen abhängt.

[bearbeiten] Handel mit Geld

Eine spezielle Situation, die heute aber den Regelfall darstellt, ist der Tausch einer Ware gegen Geld. Dies Vereinfacht die Betrachtung dadurch, dass der Aufwand dessen, der mit Geld bezahlt, und der Gewinn dessen, der Geld bekommt, präzise bestimmbar werden. Als subjektive Maße bleiben also der Gewinn durch Erhalt der Ware und der Aufwand zu deren Bereitstellung zurück.


[bearbeiten] Ergebnis des Handels

Auch mit dieser Vereinfachung bleibt die Frage nach dem Zustandekommen des Tauschergebnisses und nach dessen Bewertung schwierig. In der Verhandlung über die angemessene Gegenleistung für eine Ware, die im Handel mit Geld ja praktisch stufenlos bemessen werden kann, spielt die Handelsmacht der Beteiligten die entscheidende Rolle. Solange alternative Tauschpartner nicht berücksichtigt werden (vgl. nächstes Kapitel) besteht diese Macht nur darin, mit dem Scheitern des Handels zu drohen.

Allerdings ist diese Annahme unter der Bedingung eines über Geld vermittelten Tausches sinnlos, da dieses seinen Wert ja erst in Bezug auf zukünftige, andere Tauschsituationen gewinnt, die es ermöglicht.

[bearbeiten] Handeln im Markt

Mit diesen Grundüberlegungen ausgestattet können wir unsere Tauschsituation jetzt aus der Zweierbeziehung in die reale, große Welt des Marktes führen. Der grundlegende Unterschied besteht offensichtlich darin, dass jedem der beiden Partner in unserer ursprünglichen Tauschsituation jetzt nicht nur die Entscheidung über Abschluss oder Nicht-Abschluss des Handels möglich sind, sondern er kann die Möglichkeit eines Abschlusses mit anderen Partner erwägen.

Um zu vermeiden, in dieser Menge den Überblick zu verlieren, werden wir die Perspektive eines unserer bisherigen zwei Tauschpartner einnehmen, ohne dabei zu vergessen, dass auf der anderen Seite aller realen oder möglichen Tauschsituationen andere Subjekte stehen.

[bearbeiten] Knappheit

Wie diese Ausweichmöglichkeit konkret gestaltet ist, hängt von der Verteilung der beteiligten Güter in der gesamten Marktgemeinschaft, d.h. von Angebot und Nachfrage, ab. Dabei darf der Blick allerdings nicht auf Möglichkeiten des Erwerbs des selben Gutes beschränkt werden. Abgesehen von wenigen, besonders drängenden, Grundbedürfnissen sind die Bedürfnisse gestaltbar und lassen dem Subjekt weitgehenden Spielraum. Wenn ich gerade nur schwer an Erdbeeren kommen kann, warum nicht Melonen kaufen? Wie gut jede Alternative das ursprünglich angestrebte Gut ersetzen kann, ist eine rein subjektive Einschätzung des Individuums.

Im Allgemeinen wird angenommen, dass diese Verteilung insgesamt eine Knappheit bedeutet, d.h. die gesamte Nachfrage ist größer als das Angebot. Diese Annahme scheint sich dadurch zu bestätigen, dass unserer heutigen Gesellschaft die Bedürfnisse nicht ausgegangen sind, obwohl wir ein Maß an materiellem Wohlstand erreicht haben, das Mitgliedern anderer Gesellschaften, oder denen der unsrigen noch vor 100 Jahren als Paradies vorkommen müsste. Die Möglichkeit, dass diese Ausweitung der Bedürfnisse durch die Marktordnung selbst angetrieben wird, werden wir später beleuchten.

Die Annahme der Knappheit, dass also insgesamt weniger Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung als Bedürfnisse vorhanden sind, ist allerdings zentral für die Analyse des Marktes, führt doch erst sie dazu, dass die Subjekte möglichst vorteilhaft handeln wollen. Dieses Verhalten aber ist die Grundlage der Marktwirtschaft.

Durch die grundsätzliche Knappheit wird also jedes Subjekt dazu motiviert, seine Tauschsituationen für sich vorteilhaft abzuschießen. Es ist also bemüht, ein gutes Verhältnis seines Nutzens zum nötigen Aufwand zu erreichen. Im durch Geld vermittelten Handel geschieht dies in einem zweistufigen Prozess: Zunächst mit möglichst geringem Aufwand (hier in einem weiten, subjektiv bewerteten Sinn zu verstehen, also nicht etwa als reiner Zeitaufwand) möglichst viel Geld zu erwerben, um anschließend mit diesem Geld in einer Weise Güter zu erwerben, die maximalen Nutzen (auch dieser subjektiv bewertet) verspricht.

[bearbeiten] Aufwand

Auf der Aufwandsseite des Subjektes steht seine erbrachte Arbeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob es als Angestellter direkt für die mit Arbeit verbrachte Zeit oder seine dort erbrachten Leistungen bezahlt wird (und damit nur selten mit dem Markt in Berührung kommt, nämlich dann wenn es seine Anstellung wechselt) oder ob es als Selbständiger oder Unternehmer seine Dienste immer wieder direkt im Markt anbieten muss. Interessant wird allerdings zu untersuchen sein, ob die Verfügung über andere Menschen als Angestellte hier einen qualitativen, kategorialen Unterschied einführt. Weiterhin wird später noch betrachtet werden, was es für unsere Analyse bedeutet, dass eine bestimmte Menge an Besitz einen vollständig von der Notwendigkeit der Arbeit befreien kann.

Nachdem nun grundsätzlich alle Subjekte die selbe Art von Aufwand erbringen, stellt sich eine Frage als besonders schwierig zu beantworten: Wodurch kommen die (teilweise immensen) Unterschiede im Marktpreis dieses Aufwandes? Auch diese Frage wird in einem späteren Kapitel betrachtet werden, da hierzu Aufwand und Nutzen wieder integriert werden müssen.

[bearbeiten] Nutzen

Nachdem ein Subjekt nun also zu seinem Geld gekommen ist, können seine Möglichkeiten, es auszugeben, untersucht werden. Da der Markt für den Aufwand (die Arbeit) in allen bisherigen Marktgesellschaften sehr viel weniger den freien Marktgesetzen unterworfen, in sehr viel stärkerem Maße Beeinflussungen des Marktes z.B. durch staatliche Gesetze ausgesetzt war, beschäftigen sich Markttheorien überwiegend mit der anderen Seite des Marktgeschehens, dem Tausch von Geld gegen Nutzen.

Gehen wir also von der Idealsituation des Marktes aus, einem mit Geld ausgestatteten Subjekt, das nach der Befriedigung eines bestimmten Bedürfnisses strebt und dem dazu verschieden Anbieter der Befriedigung dieses Bedürfnisses zur Verfügung stehen. Der Einfachheit halber sagen wir, es hat Hunger und möchte ein Brot. Die „Bedürfnisbefriedigungsanbieter“ sind in diesem Fall also Bäcker oder Brothändler.

[bearbeiten] Preisbildung

[bearbeiten] Preis nach Aufwand

Wenn sich unser Subjekt also ein wenig Zeit nimmt (zu diesem Problem später mehr) und zwischen den verschiedenen Bäckern und Brothändlern hin und her geht, jeweils nach einem günstigeren als dem zuletzt zugesagten Preis fragend, wird sich folgende Situation einstellen: Die Bäcker oder Brothändler, an dem Verkauf ihres Produktes interessiert, werden ihren Preis so weit reduzieren, bis er ihren Aufwand gerade noch zu rechtfertigen scheint. Im Falle des Brothändlers ist dieser Aufwand einfach zu beziffern, besteht er doch nur aus dem Preis, den er selbst bezahlt hat, plus einer Umlage dessen, was er selbst für seine mit Handeln verbrachte Zeit haben möchte. Im Fall des Bäckers ist der Prozess etwas komplizierter, aber grundsätzlich doch ähnlich: Er hat selbst Geld ausgeben und Rohmaterial kaufen sowie Arbeitsräume unterhalten, außerdem Arbeitszeit investieren müssen.

Abstrakt ausgedrückt ergibt sich also durch den Markt ein Preis, der sich nach dem Aufwand der Erzeuger des gehandelten Gutes richtet, sofern viele Anbieter verfügbar sind.

[bearbeiten] Preis nach Nutzen

Allerdings ist unser Subjekt ja nicht alleine unterwegs, auch Andere haben Hunger, und so lässt sich die selbe Situation auch aus einer anderen Perspektive darstellen: Hier finden sich verschiedene Individuen bei einem Brothändler oder Bäcker ein, um ihr Bedürfnis zu stillen. Es wird sofort spürbar, wie der Spieß sich umdreht und der Bäcker jetzt am Drücker ist. Reihum fragt er jeden potenziellen Käufer nach seinem Gebot, wobei jeder seinen Vorgänger überbieten muss. Die Rechnung, die die potenziellen Käufer vornehmen, um die Höhe ihres Maximalgebotes zu bestimmen, ist dabei komplizierter als die des Anbieters vorher. Wie bereits angedeutet wurde, müssen einerseits die „Kosten“ eines kompletten Verzichts berücksichtigt werden, andererseits der Nutzen, der durch mögliche Ersatzkäufe erreicht werden kann.

Wiederum abstrahiert, entspricht der in dieser Marktsituation (mit vielen Nachfragern) erzielte Preis dem Nutzen des gehandelten Gutes.

[bearbeiten] Mehrwert

Was geschieht aber mit unseren zwei Preisen in einem realen Markt? Einem Markt mit sowohl mehreren Anbietern als auch Nachfragern? Und was bedeutet die Differenz dieser Preise überhaupt?

Die Antwort auf die letzte Frage zuerst: In der Differenz zwischen dem Anbieter- und dem Nachfrager-Preis liegt der Mehrwert des Tausches verborgen. Der Unterschied zwischen dem Aufwand für den Anbieter und dem Nutzen für den Nachfrager des Gutes ist der Gewinn, der aus dem Handel entsteht. Es lohnt sich noch anzumerken, dass dieser nicht durch die Wertschöpfung in der Arbeit des Anbieters entsteht, denn diese ist in unserer Rechnung als Teil des Aufwands des Anbieters enthalten, sondern den reinen Handelsgewinn. Er stellt also den Vorteil dar, den eine austauschende Bedürfnisbefriedigung gegenüber einer autonomen Bedürfnisbefriedigung hat.

Wie wir gesehen haben, können je nach Marktsituation beide am Handel Beteiligten diesen Gewinn abschöpfen. Wem er dann tatsächlich zukommt, hängt von der Situation von Angebot und Nachfrage ab. Bei relativ großem Angebot gewinnt der Käufer, bei relativ großer Nachfrage gewinnt der Anbieter. Diese Situation ist natürlich noch Verzerrungen unterworfen, die sowohl Markt-externer (etwa Gesetze zum Höchstpreis) als auch Markt-interner („Marktversagen“, vgl. spätere Kapitel) Natur sein können.

[bearbeiten] Entwicklung des Marktes

Es scheint sehr schwierig, für die Praxis zu entscheiden, auf welche Weise ein Preis tatsächlich zustande gekommen ist. Allerdings bietet die Markttheorie hier eine erstaunliche Vorhersage an: Letztlich spielt der Unterschied zwischen diesen Preisen keine Rolle.

[bearbeiten] Nachfrager als Anbieter

Dies wird nachvollziehbar, wenn die Perspektiven des Subjektes als Anbieters und Nachfragers wieder vereint werden. Grundsätzlich stehen sich auf beiden Seiten des Handels gleichartige Subjekte gegenüber, die auch nach belieben die Seite wechseln können. In einer für den Nachfrager unbefriedigenden Situation, in welcher der gesamte Gewinn des Handels beim Anbieter verbleibt, besteht also für die Nachfrager ein Anreiz, Anbieter des selben Gutes zu werden. Ein Einwand aus der Praxis lautet hier natürlich, dass nicht alle Subjekte in der Lage sind, alle Güter anzubieten. Dies ist allerdings auch nicht nötig. Indem einige Subjekte die Seite wechseln und ebenfalls beginnen, ein bestimmtes Gut anzubieten, entspannt sich die Situation von Angebot und Nachfrage, die Beteiligung der Nachfrager am Gewinn durch den Handel wächst. Dieser Effekt setzt lediglich voraus, dass in Markt insgesamt eine gewisse Flexibilität vorhanden ist. Wie groß diese konkret sein müsste, ist eine spannende Frage, der später noch nachgegangen werden soll.

[bearbeiten] Gleichgewicht unter Knappheit

In einem idealen Markt werden also die Unterschiede im Erwerb des Handelsgewinns zwischen verschiedenen Gütern mit der Zeit ausgeglichen. Da die Subjekte die Teilmärkte, in denen sie ihren eigenen Aufwand erbringen, nach dem dort erzielbaren Gewinn (im engen Sinn als Gewinn durch die Handelssituation) wählen, und damit gleichzeitig den dort erzielbaren Gewinn reduzieren, werden schließlich in allen Teilmärkten die selben Verteilungen des Gewinnes zwischen Anbieter und Nachfrager zu finden sein. Wie dieses Verhältnis tatsächlich gestaltet ist, hängt von der Intensität der eingangs eingeführten Knappheit aus. Bei großer Knappheit stellt die Marktsituation eher eine Preisbildung nach dem Nutzen der Nachfrager her, der Gewinn bleibt beim Anbieter. Bei geringerer Knappheit gehen die Gewinne der Anbieter zurück, die Nachfrager profitieren stärker.

Da aber jedes Subjekt zugleich Anbieter und Nachfrager ist, ist dieser Unterschied für die moralische Bewertung des Systems unwichtig. Wenn in allen Teilmärkten die gleiche Verteilung zwischen Anbieter- und Nachfragernutzen erreicht ist, profitieren alle Subjekte in gleicher Weise.

Dies gilt sogar dann, wenn man berücksichtigt, dass verschiedene Subjekte verschiedene Bedürfnisse haben, da in allen Teilmärkten der gleiche Gewinn für die Nachfrager zu erzielen ist. Ebenfalls neutral für den Nutzen der einzelnen Subjekte ist die Frage, in welchem Teilmarkt sie ihr Geld verdienen, ihren eigenen Aufwand erbringen.

Dabei ist der insgesamt erzielte Nutzen der Subjekte proportional zur Aktivität im Markt. Je mehr Aufwand angeboten und je mehr Güter gleichzeitig selbst erworben werden, desto mehr summiert sich der in diesen beiden Domänen zu erzielende Gewinn.

Eine Bedeutung gewinnt der Effekt der Knappheit, d.h. die Verteilung des Gewinns zwischen Anbieter und Nachfrager, nur dann, wenn ein Subjekt in einem dieser Bereiche aktiver ist als im anderen. Konkret kann dies entweder bedeuten, dass es mehr Aufwand betreibt als Nutzen zu konsumieren. Oder es konsumiert mehr, als es Aufwand erbringt. Beide Fälle sind allerdings nur sinnvoll denkbar, wenn man die Rolle von Ersparnissen und Investitionen untersucht, was in einem späteren Kapitel geschehen soll.

[bearbeiten] Theoretisch abschließende Bewertung

Alles in allem klingen die Ergebnisse dieses Systems fast zu schön, um wahr zu sein (Wie wir später sehen werden, ist dieses Gefühl durchaus begründet). Auf der Basis der bis hierher erörterten Theorie allerdings ist eine perfekte Fairness zu erkennen. Die Gewinne aller Beteiligten gleichen sich an, und das sogar unabhängig von ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und (in gewissen Grenzen) Fähigkeiten. Dabei braucht jedes Individuum nur seinen eigenen Interessen zu folgen. Die Fairness entsteht, ohne irgendeiner Sozial-Romantik nachzuträumen.

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