Diskussion:Funktionen der Ökonomie

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Hallo Christoph, jetzt komme ich dem Wunsch nach und steige ein:

1. Ich würde mal behaupten, dass die Grundfunktion der Ökonomie alleine die Befriedigung von materiellen Bedürfnissen umfasst.

Warum? Ich hätte mich nicht getraut, das so krass zu sagen. Im Prinzip gilt ja Folgendes: Wenn wir die anderen Bedürfnisse nicht dem Markt überlassen wollen, müssen wir entweder einen besseren Mechanismus zu ihrer Befriedigung haben (welcher könnte das sein und warum nur bei immateriellen Bedürfnissen besser?) oder wir haben andere, z.B. moralische Gründe (woher sollen die kommen?) --Krishano 19:59, 4. Mai 2006 (CEST)

Dass sie allerdings, weil es in dem Bereich in vielen Regionen der Welt nichts mehr zu holen (verkaufen) gibt, versucht auch mit den immateriellen Bedürfnissen Geschäfte zu machen, ist korrekt. Allerdings glaube ich, zumindest was Europa betrifft, dass sie damit große Schwierigkeiten hat und letztlich fallen mir wenig reine Beispiele ein.

Es geht nicht um reine Beispiele. Der Anteil am Wert eines Produktes, der direkt materiell ist (z.B. bequeme Fortbewegung und Transport im Auto) ist kümmerlich verglichen mit dem Anteil, der auf andere Bedürfnisse zielt. Belege: Anteil an den Kosten (kann ich nicht direkt beibringen, wäre interessant) und subjektiv wahrgenommene Anteile. Letztere sind schwer zu erfragen, weil man sich wohl immer gerne selbst etwas vorlügt in der Frage. Aber wenn man sich anschaut, mit welchen Eigenschaften Werbung gemacht wird, sieht man es meiner Meinung nach sehr deutlich. Schon jemals sowas gehört wie „Dieses Auto fährt besser“?
Darüber hinaus denke ich, dass man schon streng sein darf. Ich meine, auch wenn man z.B. die höhere Geschwindigkeit des Porsche als „realen“ materiellen Vorteil sehen könnte, ist das nicht die richtige Perspektive. Denn diese Eigenschaft wird kaum genutzt, und wenn, dann steht auch nicht die schnellere Fortbewegung im Mittelpunkt, sondern z.B. das Gefühl, der Chef auf der Autobahn zu sein…
Insgesamt sehe ich die Lage so, dass das Geschäft mit den immateriellen Bedürfnissen das einzige ist, was den Kaptalismus am Leben hält, und dass es sehr erfolgreich läuft --Krishano 19:59, 4. Mai 2006 (CEST)

Ist ein schnelles Auto oder ein teueres Parfüm ein Substitut für soziale Bedürfnisse, wohl nur sehr begrenzt. Eher würde ich sagen, dass die Wirtschaft versucht, die Umstände unter denen soziale Kontakte statt finden zu verbessern bzw. dem Käufer das Gefühl geben will, dass die Befriedigung immatrieller Bedürfnisse mit diesem oder jenem Produkt einfacher oder besser möglich ist (mit diesem Deodorant wird sich die Deine Wahrscheinlichkeit in der Disko eine Freundin zu finden erhöhen! oder Mit dieser Internetverbindung wird es Dir möglich sein mit all Deinen Freunden ständig in Kontakt zu sein.) Es handelt sich also maximal um Hilfsmittel, um immaterielle Bedürfnisse eher zu befriedigen, aber die Ökonomie verspricht nur selten und bietet nie die eigentliche Befriedigung immatrieller Bedürfnisse an, oder? Hast Du ein Beispiel?

Ich meinte auch eigentlich überwiegend das was Du „Hilfsmittel, um immaterielle Bedürfnisse eher zu befriedigen“ nennst. Es kommt ja aufs selbe raus, weil das Produkt dann eben wegen dem immateriellen Bedürfnis gekauft wird. Dass das vermittelt ist, ändert meiner Meinung nach nichts an dem Argument. Ich werde aber schauen, das in meinem Text klarer zu formulieren.
Abgesehen davon gibt es schon Fälle, in denen direkt immaterielle Bedürfnisses befriedigt werden. So könnte man z.B. Hollywood als einen Mechanismus, bestimmte Gefühle zu vermarkten, sehen. Eigentlich auch den Verkauf von Musik, wobei wie gesagt das Ästhetische schwierig ist.
Ansonsten kann ich auf das angesprochene Beispiel der Prostitution verweisen.
Die Regel dürft aber schon der Weg „Produkt -> Identität -> sozialer Erfolg“ sein. --Krishano 19:47, 4. Mai 2006 (CEST)

Das einzige Problem, dass ich in diesem Komplex erkenne ist, dass viel was in der Werbung dabei unterschwellig versprochen wird eben Bullshit ist und eben teilweise eine gefährliche Lenkungsfunktion haben kann (Individualisierung/Schönheitswahn/Ernährung...)

Darüber wie erfolgreich de facto dieser Umweg ist, habe ich noch nicht gründlich nachgedacht. Ich denke allerdings, dass Du mit „Lenkungseffekt“ genau das bezeichnest, was ich meine, wenn ich sage dass die Bedürfnisse erst gesteigert und dann (teilweise?) befriedigt werden - und sei es nur, indem durch Werbung die Normen erhöht werden, die man an sich selbst anlegt. --Krishano 19:47, 4. Mai 2006 (CEST)

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